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53113 Bonn
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Öffnungszeiten

Dienstag bis Freitag 13-17 Uhr
Samstag und Sonntag 13-18 Uhr
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Sonderausstellung

Zwischen den Welten

Grabfunde von Ägyptens Südgrenze

 

Südlich der modernen Stadt Assuan verlief in antiker Zeit die Grenze, welche das pharaonische und das afrikanische Reich voneinander trennte. Die hier eingesetzen Residenzbeamten lebten und arbeiteten auf der Nilinsel Elephantine und kontrollierten den Handel mit exotischen Gütern, vertraten Ägypten im Ausland und leiteten Expeditionen in fremde Territorien.

Sie waren Auslandsbeauftragte - Dipolomaten und Dolmetscher, Grenzgänger, Wanderer zwischen den Kulturen und Welten.

Ab etwa 2200 v. Chr. begannen sie, sich in einem nahe gelegenen Berg, dem nördlichen Ausläufer der nubischen Sandsteinplatte, Felsengräber anlegen zu lassen. Diese Nekropole befindet sich auf dem Westufer gegenüber von Assuan und wird heute von den Arabern Qubbet el-Hawa ("Windkuppe") genannt. Obwohl nicht alle Gräber mit Inschriften versehen sind, hilft eine hier belegte, aber ansonsten in Ägypten beispiellose Sitte, den Anlagen ihre Geheimnisse zu entlocken: In den unterirdischen Sargkammern wurden den Verstorbenen zum Teil Hunderte von beschrifteten Gefäße mitgegeben, die einzigartige Informationen über die Bestatteten und die Trauergemeinden preisgeben.

Die Bonner Ägyptologie ist eng mit der Erforschung dieses Gräberberges verbunden: Zwischen 1959 und 1984 führte das Ägyptologische Seminar der Universität in über 20 Kampagnen Ausgrabungen auf der Qubbet el-Hawa durch. Die damals noch praktizierte Fundteilung ermöglichte es, dass mehr als 1000 Artefakte aus insgesamt 26 Gräbern von Assuan nach Bonn gelangten. Das Ägyptische Museum der Universität  besitzt dadurch heute die weltweit größte Sammlung von Objekten aus diesen Grabanlagen außerhalb Ägyptens.

Zu unserem 10-jährigen Jubiläum präsentiert das Museum erstmals zahlreiche Schätze dieser Ausgrabungen in einer weltweit einmaligen Sonderausstellung. Drei Gräber stehen hier im Fokus, an denen durch die entdeckten Beigaben das Leben beleuchtet wird, wie es sich vor über 4000 Jahren an der Südgrenze Ägyptens abgespielt hat.

Begleiten Sie uns in einen Bereich zwischen den Welten von Vergangenheit und Gegenwart, Ägypten und Afrika, Diesseits und Jenseits...

Katalog

L.D.Morenz / M. Höveler-Müller / A. El Hawary (Hrsg.)

Zwischen den Welten. Grabfunde von Ägyptens Südgrenze

(Preis: 24,80 €) Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 2011

erhätlich in allen Buchhandlungen, beim Verlag oder in unserem Museumsshop. Gerne schicken wir Ihnen den Katalog bequem nach Hause (zzgl. 2,50 € Porto). Bestellungen richten Sie bitte an aegyptisches-museum(at)uni-bonn.de oder 0228 739710, 0228 739717.


SONDERAUSSTELLUNG


Grenzen des Totenbuchs

2. März – 20. Mai 2012



„Seid gegrüßt, ihr Götter …!
Öffnet mir eure Wege, damit ich in eure Tore eintrete,
denn ich kenne eure Namen,
ich kenne das Geheimnis der verborgenen Plätze.“
aus Spruch 168 des Totenbuchs
(„Grüftebuch“)


Das Totenbuch war vom Neuen Reich bis zur Römerzeit über 1500 Jahre hinweg der am weitesten verbreitete Jenseitstext des alten Ägypten. Es stattete seinen Besitzer mit besonderen Befähigungen und Kenntnissen für seine Existenz im Jenseits aus, um ihm spezielles Wissen und nötigen Schutz zu gewährleisten.

Der Verstorbene konnte aus einem Korpus von rund 200 Sprüchen auswählen und diese auf Mumienbinden, die Grabwände, sein Grabinventar und bevorzugt auf Papyrusrollen aufbringen lassen. Die Auswahl der Sprüche, deren Abfolge, der Umfang und die Qualität des jeweiligen Totenbuchs sind sehr unterschiedlich, so dass jede Handschrift einzigartig ist.

Seit 1991 arbeiten Ägyptologen an der Universität Bonn im weltweit einmaligen Totenbuch-Projekt, das die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste seit 2004 fördert. Das Ziel des Projekts ist es, Informationen und Bildmaterial über alle noch existierenden und über fast 40 Länder verstreuten Totenbücher zusammenzuführen. Auf dieser Basis können sowohl die Bonner Spezialisten als auch Kollegen weltweit Studien über die Verbreitung, die Entwicklung und die religiöse Bedeutung des Totenbuchs anstellen.

Gemeinsam mit dem Ägyptischen Museum der Universität Bonn präsentiert das Totenbuch-Projekt nun eine Studio-Ausstellung, die den Besucher in die Welt dieses Jenseitstextes und seiner Grenzbereiche heranführt sowie über die Arbeit des Projektes informiert.


Link zu einem Beitrag von DRadio Wissen über die Ausstellung.

Katalog

M. Müller-Roth / M. Höveler-Müller (Hrsg.)

Grenzen des Totenbuchs

(Preis: 19,80 €) Verlag Marie Leidorf, Rahden/Westf. 2012

erhätlich in allen Buchhandlungen, beim Verlag oder in unserem Museumsshop. Gerne schicken wir Ihnen den Katalog bequem nach Hause (zzgl. 2,50 € Porto). Bestellungen richten Sie bitte an aegyptisches-museum(at)uni-bonn.de oder 0228 739710, 0228 739717.